Von Google Analytics zu Matomo migrieren — Schritt für Schritt

Google Analytics zu Matomo migrieren: Vorbereitung, Datenimport, Tracking-Code, Consent und Kontrolle nach dem Umzug — praxisnah erklärt.

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Zwei Balkendiagramme mit geschwungenem Pfeil dazwischen, Flat-Vector, navy/teal

Wenn du Google Analytics zu Matomo migrieren willst, geht es selten nur um ein anderes Tool. Es geht darum, wer deine Besucherdaten verarbeitet, wie lange sie gespeichert werden und ob du beim nächsten Datenschutz-Audit ruhig bleiben kannst. Dieser Leitfaden führt dich durch den kompletten Umzug: Vorbereitung, Import der Altdaten, Tracking-Code, Consent-Frage und die Aufräumarbeiten danach. Ohne Tool-Werbung, dafür mit den Punkten, an denen Migrationen in der Praxis scheitern.

Warum überhaupt wechseln?

Drei Gründe hört man in KMU und Agenturen immer wieder.

Erstens: Datenhaltung. In Google Analytics 4 kannst du die Aufbewahrungsdauer für nutzerbezogene Ereignisdaten auf 2 oder 14 Monate setzen — mehr geht in Standard- Properties nicht (Quelle: Google-Analytics-Hilfe zur Datenaufbewahrung, Stand: August 2026). Wer Jahresvergleiche über drei Jahre braucht, arbeitet also gegen das Produkt an. Bei Matomo entscheidest du selbst, wie lange Rohdaten liegen bleiben, weil sie in deiner eigenen Datenbank liegen.

Zweitens: der Bruch von 2023. Universal Analytics hat am 1. Juli 2023 die Datenverarbeitung eingestellt (Quelle: Google-Analytics-Hilfe). Viele Unternehmen haben damals notgedrungen auf GA4 umgestellt und dabei ihre historische Vergleichbarkeit ohnehin verloren. Wenn der Bruch sowieso da ist, ist der Moment für einen echten Wechsel günstig.

Drittens: Rechtssicherheit. Wer Analytics-Cookies oder vergleichbare Informationen auf dem Endgerät speichert oder ausliest, braucht nach § 25 Abs. 1 TDDDG grundsätzlich eine Einwilligung — Ausnahmen greifen nur, wenn die Speicherung für den vom Nutzer gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist. Das gilt tool-unabhängig. Der Unterschied liegt darin, wie viel Spielraum dir das Tool bei der Konfiguration lässt.

Schritt 1: Bestandsaufnahme vor der Migration

Bevor du irgendetwas installierst, dokumentiere den Ist-Zustand:

  • Wo liegt der Tracking-Code? Direkt im Theme, über Google Tag Manager, über ein CMS-Plugin oder in mehreren dieser Varianten gleichzeitig? Doppelte Einbindungen sind der häufigste Grund für falsche Zahlen nach dem Umzug.
  • Welche Ereignisse und Conversions zählen wirklich? In der Regel nutzt ein Mittelständler drei bis acht Events produktiv — der Rest ist historischer Ballast. Migriere nur, was jemand tatsächlich liest.
  • Wer braucht welche Reports? Notiere Empfänger, Intervall und Format. Diese Liste ist später deine Abnahme-Checkliste.
  • Welche Integrationen hängen dran? Google Ads, Search Console, ein BI-Dashboard, ein Consent-Banner. Jede dieser Verbindungen musst du bewusst kappen oder ersetzen.

Schritt 2: Matomo bereitstellen — On-Premise oder gehostet

Matomo gibt es in zwei Varianten. Matomo On-Premise ist Open Source unter GPL v3+ und kostenlos herunterladbar; du brauchst dafür einen Server mit PHP, MySQL/MariaDB, Cronjobs und jemanden, der Updates einspielt. Matomo Cloud wird vom Hersteller betrieben und startet laut Preisseite bei 22 € pro Monat für 50.000 Hits (Stand: August 2026).

Die dritte Option: Open-Source-Matomo, aber von einem Dienstleister deiner Wahl betrieben. Du behältst die volle Matomo-Funktionalität und die Kontrolle über den Speicherort, gibst aber Patchen, Backups und Monitoring ab. Was „managed" dabei konkret bedeutet, ist eine eigene Frage — und eine, die du vor Vertragsschluss stellen solltest.

Schritt 3: Historische Daten importieren

Matomo bietet dafür das offizielle Plugin GoogleAnalyticsImporter (Version 5.2.0, Lizenz GPL v3+, kostenlos, Stand: August 2026). Es zieht Daten per Google-API in eine Matomo-Site.

So gehst du vor:

  1. Plugin im Matomo-Marketplace installieren und aktivieren.
  2. In der Google Cloud Console ein Projekt anlegen, die Analytics-API aktivieren und OAuth-Zugangsdaten erzeugen.
  3. Zugangsdaten in Matomo hinterlegen und die Ziel-Property auswählen.
  4. Importzeitraum festlegen und den Import starten — er läuft über den Matomo-Cronjob im Hintergrund weiter.

Zwei realistische Erwartungen: Der Import kann bei mehreren Jahren Historie Tage dauern, und die Zahlen werden nicht exakt mit Google übereinstimmen. Beide Systeme definieren Sitzungen, Bounces und Attribution unterschiedlich. Dokumentiere die Abweichung einmal sauber, statt sie monatelang zu diskutieren.

Schritt 4: Parallelbetrieb statt harter Schnitt

Baue den Matomo-Tracking-Code ein, ohne Google Analytics sofort zu entfernen. Zwei bis vier Wochen Parallelbetrieb geben dir eine Vergleichsbasis und decken Lücken auf: nicht getrackte Unterseiten, fehlende Events, falsch gesetzte Domains beim Cross-Domain-Tracking.

Prüfe in dieser Phase konkret:

  • Werden alle Seitentypen erfasst (Startseite, Kategorie, Detail, Checkout, Danke-Seite)?
  • Kommen Kampagnen-Parameter korrekt an?
  • Sind interne IP-Bereiche ausgeschlossen?
  • Feuert das Consent-Banner Matomo tatsächlich erst nach Zustimmung, wenn du diesen Weg gewählt hast?

Matomo kann laut Herstellerdokumentation in bestimmten Konfigurationen ohne Einwilligung für Analysezwecke betrieben werden — das hängt von der jeweiligen nationalen Umsetzung der ePrivacy-Richtlinie und der konkreten Einstellung ab. Standardmäßig setzt Matomo Cookies wie _pk_id und _pk_ses.

Für die Praxis heißt das: Entscheide dich bewusst für einen der beiden Wege — entweder cookiefreie, datensparsame Konfiguration ohne Consent-Banner-Abhängigkeit, oder volle Funktionalität hinter der Einwilligung. Lass die Entscheidung von deinem Datenschutz- beauftragten oder einer Kanzlei bestätigen und halte sie im Verarbeitungsverzeichnis fest. Diesen Artikel ersetzt das nicht.

Schritt 6: Abschalten und aufräumen

Erst wenn die Reports aus Schritt 1 in Matomo reproduzierbar sind, entfernst du Google Analytics: Tracking-Code raus, GTM-Tags deaktivieren, Datenschutzerklärung aktualisieren, Verarbeitungsverzeichnis anpassen, Auftragsverarbeitungsvertrag mit Google beenden. Der letzte Punkt wird regelmäßig vergessen — und fällt genau dann auf, wenn eine Aufsichtsbehörde nachfragt.

Wenn du den Betrieb nicht selbst stemmen willst

Der technische Teil einer Matomo-Migration ist an einem Tag erledigt. Der Betrieb danach ist der eigentliche Aufwand: Sicherheitsupdates, Datenbank-Wartung bei wachsenden Rohdaten, Backups mit getestetem Restore, Monitoring der Archivierungs-Cronjobs.

Genau hier setzt AllAppsCloud an: gemanagtes Hosting für Open-Source-Anwendungen aus einem eigenen deutschen Rechenzentrum der Wodanio GmbH, ohne Hyperscaler dazwischen. Für Web-Analytics ist das Matomo-Hosting gedacht — du bekommst dein eigenes Matomo, wir kümmern uns um Updates, Backups und Verfügbarkeit. Wer Dateien und Zusammenarbeit gleich mit auf europäische Infrastruktur holen will, findet im App-Katalog unter anderem Nextcloud, Vaultwarden und Paperless-ngx.

Wichtig zum Stand August 2026: AllAppsCloud befindet sich im Early Access. Die Apps sind noch nicht allgemein buchbar, öffentliche Preise gibt es noch nicht, und die ISO-27001-Zertifizierung befindet sich in der Zertifizierung. Wenn du früh dabei sein willst, trag dich auf die Warteliste ein.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, Google Analytics zu Matomo zu migrieren?

Der technische Umzug — Matomo bereitstellen, Tracking-Code einbauen, Events nachbauen — ist bei einer normalen Unternehmenswebsite in wenigen Stunden bis einem Tag machbar. Der Import historischer Daten läuft je nach Zeitraum und API-Limits im Hintergrund über Stunden bis Tage. Plane zusätzlich zwei bis vier Wochen Parallelbetrieb ein.

Warum weichen die Zahlen in Matomo von Google Analytics ab?

Weil beide Systeme unterschiedlich messen: Sitzungsdefinition, Bot-Filterung, Attribution und der Umgang mit Consent unterscheiden sich. Abweichungen im zweistelligen Prozentbereich sind normal. Vergleiche deshalb Trends und Relationen, nicht absolute Zahlen zwischen den Systemen.

Das hängt von deiner Konfiguration ab. Nach § 25 Abs. 1 TDDDG ist eine Einwilligung erforderlich, sobald du Informationen auf dem Endgerät speicherst oder darauf zugreifst, die nicht unbedingt erforderlich sind. Matomo lässt sich datensparsam konfigurieren; ob das in deinem Fall ohne Einwilligung trägt, sollte rechtlich geprüft werden.

  • DSGVO-konform

    Verarbeitung ausschließlich nach europäischem Datenschutzrecht, inklusive Auftragsverarbeitungsvertrag.

  • 100 % Deutschland

    Regionale Standorte, deutsche Rechtsprechung, kein Zugriff durch Behörden aus Drittstaaten.

  • § 203 StGB-tauglich

    Geeignet für Berufsgeheimnisträger wie Ärzte, Anwälte und Steuerberater.

  • ISO 27001

    Das Rechenzentrum befindet sich aktuell in der Zertifizierung nach ISO 27001.

Software, die sich selbst betreibt

Wir betreiben bekannte Open-Source-Anwendungen als hochverfügbare Instanzen im deutschen Rechenzentrum — inklusive Backups, Updates und Monitoring. Trag dich unverbindlich in die Warteliste ein.